Seit etwas 3 Jahren beschäftigen wir uns im CSEE mit dem Thema Traumapädagogik und im Besonderen mit der Frage, ob es Sinn macht und gelingen kann, Hilfen zur Erziehung in einem geschlossenen Rahmen traumasensibel zu gestalten. Mit Dr Marc Schmid, leitendem Psychologen an der UPK Basel, ist es uns gelungen, einen ausgewiesenen Experten für diesen Themenkomplex als Kooperationspartner zu gewinnen. Ein Interview, das wir vor 2 Jahren -mit ihm geführt haben, kann hier nachgelesen werden: https://csee.lu/fr/2023/05/26/interview-mit-dr-marc-schmid-leitender-psychologe-an-der-upk-basel-2/
In einer ersten Phase der Zusammenarbeit wurde klar, dass es sehr wohl Sinn macht den Alltag im CSEE traumapädagogisch zu bearbeiten, dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass junge Menschen in geschlossener oder teilgeschlossener Unterbringung überdurchschnittlich viele und hohe biographische Belastungen erlebt haben, die ihre Entwicklung beeinträchtigen. Diese sich zu Traumata hochschichtenden Lebenserfahrungen, sogenannte „adverse childhood experiences“ sollten auf jeden Fall zentral in der pädagogischen Arbeit der Einrichtung berücksichtigt werden.
Wir haben aus diesen Feststellungen eine zweisäulige Strategie entwickelt. Diese setzt einerseits auf die traumapädagogische Bearbeitung zentraler Schlüsselprozesse in der Einrichtung, also jener Prozesse, die alle Jugendliche während ihrem Aufenthalt in der Einrichtung durchlaufen. Vervollständigt wird diese Säule durch ein Weiterbildungsangebot in Traumapädagogik das sich an alle Mitarbeiter richtet, die im direkten Kontakt mit unseren Klienten stehen.
Während zentrale Schlüsselprozesse in der Einrichtung seit einem knappen Jahr von Arbeitskreisen untersucht und bearbeitet werden, ist nun mit der Weiterbildung die zweite Säule der Implementierung gestartet. Während drei Tagen hat eine dreissigköpfige Gruppe das erste Modul des Weiterbildungskurses absolviert und ist so mit Erfolg in den Kurs gestartet. Die Dozenten werden hierbei begleitet von einrichtungsinternen Ko-referenten, darunter die Psychologin und Psychotherapeutin Frau Nadine Freichel, Leiterin des ambulanten Dienstes des CSEE.
Die Strategie zur Implementierung traumapädagogischer Standards im CSEE ist also ab jetzt in vollem Gange.